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Website Relaunch SEO: Checkliste gegen Rankingverluste

Neue Website, alte Suchzugriffe: Damit das klappt, müssen Inhalte und Technik den Umzug überstehen. Diese Checkliste führt dich durch Vorbereitung, Freigabe und Kontrolle.

Veröffentlicht 7 Min. Lesezeit
Haftnotizen mit skizzierten Website-Seiten zur Planung einer neuen Seitenstruktur
Foto: DS stories, Pexels

Website Relaunch SEO beginnt vor dem neuen Design: Sichere wichtige Inhalte, erhalte funktionierende Seitenadressen und plane Weiterleitungen für geänderte Adressen. Prüfe vor der Veröffentlichung, ob Suchmaschinen die neuen Seiten erreichen und verarbeiten können. Rankingverluste lassen sich dadurch nicht ausschließen, vermeidbare technische Fehler aber deutlich reduzieren.

Kurz gesagt: Erfasse zuerst, welche Seiten Suchzugriffe und Anfragen bringen. Ordne jeder geänderten Adresse ein passendes Ziel zu und teste die Weiterleitungen vor dem Start. Kontrolliere danach die öffentliche Website, denn eine fehlerfreie Testversion allein reicht nicht.

Website Relaunch SEO: Was musst du vor dem Umbau sichern?

Vor dem Relaunch brauchst du eine Bestandsaufnahme der bisherigen Seiten und ihrer Suchzugriffe. Sie zeigt, welche Inhalte erhalten bleiben müssen und woran du den neuen Stand später misst.

Ein Relaunch ist die grundlegende Überarbeitung einer bestehenden Website. SEO steht für Suchmaschinenoptimierung und umfasst hier die Inhalte sowie die technischen Voraussetzungen ihrer Auffindbarkeit.

Beginne mit den Seiten, über die Interessenten zu dir kommen. Eine Leistungsseite mit wenigen, passenden Besuchern kann für deinen Betrieb wertvoller sein als ein häufig gelesener Ratgeber ohne Anfragen.

Sichere vor dem Umbau:

  • Bestehende Seitenadressen, einschließlich wichtiger Downloads und älterer Angebotsseiten.
  • Suchanfragen, Klicks und Impressionen aus der Google Search Console. Dieses Werkzeug zeigt unter anderem, wann deine Website in der Google-Suche erscheint.
  • Anfragen und Buchungen je Einstiegsseite, soweit deine bisherige Messung das erfasst.
  • Seitentitel, Hauptüberschriften und Inhalte der wichtigen Seiten.
  • Bekannte externe Links, etwa aus Branchenverzeichnissen oder von Partnerwebsites.

Ergänze die Liste durch einen technischen Scan der Website. Ein solcher Crawl folgt Links und erfasst erreichbare Seiten samt technischer Eigenschaften. Er findet allerdings keine Seiten, die nirgends verlinkt sind.

Deshalb gehören auch vorhandene Adresslisten aus dem Redaktionssystem in die Bestandsaufnahme. Ein Redaktionssystem, auch CMS genannt, dient zur Pflege deiner Website-Inhalte.

Lege fest, wer die Bestandsaufnahme erstellt, Weiterleitungen einrichtet und die Veröffentlichung freigibt. Gerade wenn Gestaltung und Serverbetrieb bei verschiedenen Anbietern liegen, braucht jede Aufgabe einen klaren Verantwortlichen.

Welche Inhalte und Adressen sollten erhalten bleiben?

Behalte bestehende Seitenadressen bei, wenn es keinen sachlichen Grund für eine Änderung gibt. Ein neues Design erfordert keine neue Adressstruktur.

Angenommen, deine Praxis hat eine eigene Seite zur Sportphysiotherapie. Im neuen Entwurf stehen alle Behandlungen nur noch als Stichpunkte auf einer Sammelseite. Damit fehlt plötzlich die ausführliche Antwort auf Suchanfragen zu dieser Leistung.

Kläre deshalb vor der Gestaltung: Welche Frage beantwortet jede wichtige Seite heute? Wo findet ein Besucher diese Antwort nach dem Relaunch?

Erfolgreiche Inhalte sollten nicht versehentlich einer kürzeren Vorlage zum Opfer fallen. Du kannst sie verbessern und neu gliedern. Das konkrete Angebot und die Antworten auf Kundenfragen müssen dabei erhalten bleiben.

Prüfe bei der Übernahme besonders:

  • Wichtige Leistungen behalten ausreichend Platz für ihre eigenen Inhalte.
  • Seitentitel und Hauptüberschriften benennen das jeweilige Angebot.
  • Links aus Ratgebern und Leistungsseiten führen weiterhin zu passenden Angeboten.
  • Übertragene Texte und Bilder sind auf der neuen Website tatsächlich vorhanden.
  • Inhalte sind für Suchmaschinen technisch zugänglich, auch bei interaktiven Seitenelementen.

Prüfe fertige Seiten mit echten Inhalten. Eine Gestaltungsvorlage zeigt noch nicht, ob beim Wechsel des CMS beispielsweise Bildbeschreibungen oder interne Links verloren gehen.

Diese Entscheidungen gehören zur Planung der Website-Entwicklung. Wer erst nach der Designfreigabe über bestehende Inhalte spricht, muss möglicherweise bereits fertige Ansichten wieder umbauen.

Wie richtest du 301-Weiterleitungen richtig ein?

Jede dauerhaft geänderte Adresse braucht eine Weiterleitung auf das passende neue Ziel. Eine 301-Weiterleitung teilt Browsern und Suchmaschinen mit, dass eine Seite dauerhaft umgezogen ist.

Erstelle dafür eine Liste mit alter Adresse, neuer Adresse und geplanter Behandlung. Auch zusammengelegte oder ersatzlos entfernte Seiten gehören hinein. So bleibt keine Entscheidung zwischen Design und Technik liegen.

Wird beispielsweise aus /leistungen/bad-sanierung künftig /badsanierung, führt die alte Adresse direkt zur neuen Seite. Vermeide Zwischenstationen über andere alte Adressen. Solche Weiterleitungsketten verursachen zusätzliche Aufrufe und erschweren die Fehlersuche.

Leite gelöschte Unterseiten nicht pauschal auf die Startseite. Wer einen bestimmten Service sucht, findet dort möglicherweise keinen Ersatz. Auch Suchmaschinen können eine solche Weiterleitung als unpassend behandeln.

Gibt es keinen passenden Ersatzinhalt, ist eine echte Fehlerantwort oft die richtige Lösung. Der Statuscode 404 bedeutet, dass eine Seite nicht gefunden wurde. Der Statuscode 410 kennzeichnet einen bewusst dauerhaft entfernten Inhalt.

Vor dem Start muss die Weiterleitungsliste diese Prüfung bestehen:

  • Geänderte Adressen führen direkt zum vorgesehenen Ziel.
  • Zielseiten liefern den Statuscode 200, also einen erfolgreichen Seitenaufruf.
  • Keine Weiterleitung führt im Kreis zurück zur Ausgangsadresse.
  • Interne Links zeigen bereits auf die endgültigen Adressen.
  • Wichtige PDF-Dateien und andere Downloads wurden berücksichtigt.

Teste die Regeln technisch und öffne wichtige alte Adressen zusätzlich im Browser. Ein Eintrag in einer Liste beweist noch nicht, dass die Weiterleitung auf dem Server funktioniert.

Notwendige Weiterleitungen sollten nicht kurz nach dem Relaunch verschwinden. Alte Links bleiben etwa in Verzeichnissen, E-Mails oder gespeicherten Lesezeichen bestehen.

Was musst du bei Canonical, Sitemap und Suchmaschinensperren prüfen?

Canonicals und Sitemap müssen die endgültigen öffentlichen Adressen nennen. Gleichzeitig dürfen keine Sperren aus der Entwicklung den Zugriff oder die Aufnahme wichtiger Seiten in Suchergebnisse verhindern.

Canonicals zeigen auf die bevorzugte Adresse

Ein Canonical ist ein Hinweis im Seitenquelltext auf die bevorzugte Adresse eines Inhalts. Er hilft Suchmaschinen bei gleichen oder ähnlichen Seiten, ist aber keine verbindliche Anweisung.

Eine eigenständige Leistungsseite verweist üblicherweise auf ihre eigene endgültige Adresse. Nach dem Relaunch darf ihr Canonical weder die Testumgebung noch versehentlich die Startseite nennen.

Prüfe diese Angaben an mehreren Seitentypen. Ein Fehler in einer gemeinsamen CMS-Vorlage kann sämtliche Leistungsseiten betreffen. Canonicals ersetzen außerdem keine Weiterleitungen für umgezogene Seiten.

Die Sitemap enthält die richtigen Seiten

Eine Sitemap ist eine Datei mit Seitenadressen, die Suchmaschinen beim Auffinden von Inhalten unterstützt. Sie sollte erreichbare, bevorzugte Adressen enthalten, die für die Aufnahme in Suchergebnisse vorgesehen sind.

Weitergeleitete Adressen, Fehlerseiten und ausdrücklich ausgeschlossene Inhalte gehören nicht hinein. Reiche die aktuelle Sitemap nach dem Start in der Search Console ein. Das garantiert allerdings weder die Aufnahme der Seiten noch bestimmte Platzierungen.

Die öffentliche Website übernimmt keine Testsperren

Eine Testumgebung ist eine getrennte Website für Entwicklung und Abnahme. Schütze sie vor öffentlichen Zugriffen, etwa durch eine Anmeldung.

Ein noindex-Hinweis fordert Suchmaschinen auf, eine Seite nicht in Suchergebnisse aufzunehmen. Er darf beim Start nicht versehentlich auf den öffentlichen Leistungsseiten stehen bleiben.

Die Datei robots.txt steuert dagegen, welche Bereiche Suchmaschinen abrufen dürfen. Sie ersetzt keinen Zugriffsschutz. Eine Abrufsperre kann zudem verhindern, dass Suchmaschinen einen noindex-Hinweis überhaupt lesen.

Lass deshalb nach der Veröffentlichung die tatsächlich öffentliche Website prüfen. Einstellungen können sich zwischen Testumgebung und öffentlichem Server unterscheiden.

Wie prüfst du strukturierte Daten und Ladezeit?

Strukturierte Daten müssen zum sichtbaren Seiteninhalt passen. Die Ladezeit prüfst du an fertigen Seiten mit Bildern und eingebundenen Diensten, nicht an einer leeren Vorlage.

Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Angaben, beispielsweise zu deinem Unternehmen oder zur Seitennavigation. Sie helfen Suchmaschinen, Inhalte einzuordnen. Eine besondere Darstellung in Suchergebnissen ist damit nicht garantiert.

Beim Wechsel des CMS können bisherige Angaben fehlen oder doppelt ausgegeben werden. Prüfe deshalb, ob Unternehmensdaten stimmen und die Angaben noch zum Inhalt passen. Eine veraltete Anschrift wird durch ein neues Design nicht richtiger.

Teste bei der Ladezeit neben der Startseite eine typische Leistungsseite. Binde dafür auch die tatsächlich vorgesehenen Dienste ein, etwa das Formular zur Terminbuchung.

Achte auf folgende Punkte:

  • Bilder werden passend zur dargestellten Größe und komprimiert ausgeliefert.
  • Wichtige Inhalte erscheinen ohne vermeidbare Wartezeit.
  • Buttons und Formulare reagieren zuverlässig.
  • Nachladende Bilder oder Einblendungen verschieben keine bereits sichtbaren Bedienelemente.
  • Zusätzliche Schriften und externe Dienste werden nur eingebunden, wenn sie gebraucht werden.

Die Core Web Vitals sind Messgrößen für Ladeverhalten, Reaktionsfähigkeit und visuelle Stabilität. Ein einzelner Testwert bildet allerdings nicht jede Nutzungssituation ab. Nutze ergänzend verfügbare Messungen tatsächlicher Besuche und teste die Bedienung auf einem Smartphone.

Wann kannst du den Relaunch freigeben?

Gib den Relaunch erst frei, wenn wichtige Inhalte und technische Prüfungen abgenommen sind. Fehler bei zentralen Weiterleitungen oder beim Suchmaschinenzugriff sind Gründe, den Start zu verschieben.

Plane die Veröffentlichung für einen Zeitpunkt, an dem die zuständigen Personen erreichbar sind. Kurz vor einem Wochenende zu starten, hilft wenig, wenn anschließend niemand Serverfehler beheben kann.

Diese Punkte gehören in die dokumentierte Freigabe:

  • Wichtige Inhalte sind vollständig übertragen.
  • Weiterleitungen funktionieren auf dem vorgesehenen System.
  • Canonicals und Sitemap nennen die richtigen öffentlichen Adressen.
  • Öffentliche Seiten haben keine unbeabsichtigten Suchmaschinensperren.
  • Testanfragen über Formulare kommen tatsächlich beim richtigen Empfänger an.
  • Die bisherige Messung funktioniert weiter oder ihre Änderung ist dokumentiert.
  • Eine Sicherung und ein abgestimmter Rückweg sind vorhanden.

Der Rückweg beschreibt, wie bei einem schweren Fehler wieder ein funktionsfähiger Stand hergestellt wird. Dabei dürfen zwischenzeitliche Anfragen oder neue Inhalte nicht verloren gehen. Nur alte Dateien zurückzukopieren, reicht je nach Aufbau nicht aus.

Bei mawu halten wir Anforderungen vor der Entwicklung schriftlich fest und prüfen die Umsetzung bei der Abnahme dagegen. Unser Vorgehen von der Konzeption bis zur Wartung beschreibt diesen Ablauf. Die SEO-Prüfungen gehören bei einem Relaunch ausdrücklich in die Anforderungen.

Was kontrollierst du nach dem Relaunch?

Prüfe nach dem Start zuerst technische Fehler und danach die Entwicklung der Suchzugriffe. Ein Rankingrückgang allein beweist noch keinen technischen Defekt.

Öffne wichtige alte Adressen und kontrolliere deren Ziele. Teste Formulare auf dem Smartphone und prüfe, ob Anfragen eingehen. Damit kontrollierst du den tatsächlichen Betrieb statt nur die zuvor abgenommene Testversion.

Beobachte anschließend in der Search Console, welche Seiten Google indexiert und welche Probleme gemeldet werden. Indexierung bedeutet die Aufnahme einer Seite in den Suchmaschinenbestand. Die Berichte werden nicht immer sofort aktualisiert.

Vergleiche Suchklicks und Anfragen getrennt nach wichtigen Leistungen. Eine stabile Gesamtsumme kann verdecken, dass eine einzelne Angebotsseite kaum noch Besucher erhält. Berücksichtige saisonale Nachfrage und Änderungen an deiner Messung.

Verliert eine wichtige Seite Zugriffe, prüfe zuerst Weiterleitung und Erreichbarkeit. Danach folgen Canonical, mögliche Sperren und die übernommenen Inhalte. Ändere nicht mehrere Dinge gleichzeitig auf Verdacht, sonst bleibt die Ursache schwer nachvollziehbar.

Erstelle als nächsten Schritt eine Liste deiner wichtigsten bestehenden Seiten. Lass dir vor der Designfreigabe für jede zeigen, unter welcher Adresse und mit welchem Inhalt sie nach dem Relaunch erreichbar sein wird.

Häufige Fragen

Kann ein Website-Relaunch ohne Rankingverlust garantiert werden?
Ein Website-Relaunch ohne Rankingverlust lässt sich nicht garantieren. Auch bei korrekter Umsetzung müssen Suchmaschinen Änderungen neu verarbeiten. Gute Vorbereitung verhindert vor allem vermeidbare Fehler wie fehlende Inhalte oder falsche Weiterleitungen.
Braucht jede alte Seite eine 301-Weiterleitung?
Eine 301-Weiterleitung braucht eine alte Seite, wenn ihre Adresse dauerhaft durch ein passendes neues Ziel ersetzt wird. Bleibt ihre Adresse gleich, ist keine Weiterleitung erforderlich. Für ersatzlos entfernte Inhalte kann eine korrekte Fehlerantwort angemessen sein.
Was unterscheidet einen Canonical von einer Weiterleitung?
Ein Canonical empfiehlt Suchmaschinen eine bevorzugte Adresse, eine Weiterleitung schickt den Seitenaufruf tatsächlich an ein anderes Ziel. Besucher bleiben bei einem Canonical auf der aufgerufenen Seite. Für dauerhaft umgezogene Seiten ist deshalb eine Weiterleitung vorgesehen.
Muss ich beim Relaunch alle Texte neu schreiben?
Beim Relaunch musst du nicht alle Texte neu schreiben. Behalte hilfreiche Leistungsbeschreibungen und Antworten auf Kundenfragen bei und verbessere sie gezielt. Eine kürzere Gestaltungsvorlage ist kein ausreichender Grund, relevante Inhalte zu löschen.
Wie lange muss ich SEO nach dem Relaunch beobachten?
SEO solltest du nach dem Relaunch beobachten, bis wichtige Änderungen von Suchmaschinen verarbeitet wurden und sich die Entwicklung beurteilen lässt. Dafür gibt es keine allgemeingültige Frist. Technische Fehler brauchen sofortige Aufmerksamkeit, Suchzugriffe einen Vergleich über passende Zeiträume.
Porträt von Pascal Klingspohn
Geschrieben von

Pascal Klingspohn

Geschäftsführer, MAWU Software GmbH

Pascal Klingspohn ist Geschäftsführer der MAWU Software GmbH und entwickelt seit über zehn Jahren Apps, Websites und Individualsoftware. Er verantwortet jedes Projekt von der Anforderungsanalyse über Konzeption und Entwicklung bis zum Betrieb nach dem Launch.

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